Manuel unter...


...Lehrern

"Bist du dir ganz sicher, dass das stimmt?" Manuel testet für seine Reportage Mimik und Gestik eines echten Lehrers.

Lehrer, wir kennen sie alle als faul, unberechenbar und dauergestresst – doch was sich tatsächlich hinter den verschlossenen Türen des Lehrerzimmers abspielt und ob die Vorurteile, die über sie kursieren, tatsächlich wahr sind? Neugierig geworden? – Dann lies jetzt die exklusive Reportage von unserem Undercover-Reporter Manuel mit einem typischen Lehrer ... Herrn Duivenvoorden.

Es heißt ja „Wenn man nicht weiß, was man werden soll, dann wird man Lehrer oder Pfarrer!“ Wieso wollten Sie also Lehrer werden?

Also so kann ich dies nicht bestätigen, nach meinem Abitur, ging ich zum Bundesgrenzschutz, jedoch hat es mir dort nicht gefallen. Zu meinem Glück habe ich zuvor Nachhilfe gegeben und bin dadurch auf den Lehrerberuf gekommen. So zu sagen bin ich ein „Spätberufener“.

Was dachten Sie als Schüler über Lehrer?

Die Lehrer hatten in meiner Schülermeinung nach das schönste Leben, für mich hatten sie damals alle eine Art Handbuch, in dem alles drin stand. Also eher ein „gechilltes“ Leben.

Lehrer haben vormittags recht und nachmittags frei, oder?!

Als Lehrkraft hat man prinzipiell mehr Freizeit als bei anderen Berufen, aber es gibt auch Phasen, in denen man teilweise mehr Arbeit hat, das äußert sich durch das Korrigieren der Schulaufgaben und Planen des Unterrichts.

Die meisten Menschen sind der Meinung: Lehrer haben zu viel Ferien!!!

Nein, da der Lehrer eng mit den Schülern zusammenarbeitet und diese noch jugendlich sind, ist es vollkommend legitim, da diese die Ferien zur Erholung brauchen. Die Lehrer unterrichten ja nicht für sich selbst und so haben wir zu dieser Zeit auch frei.

Was ist Ihnen am wichtigsten: Interessanter Unterricht - Gerechtigkeit - Konsequenz und Pünktlichkeit?

Interessanter Unterricht ist für mich am wichtigsten, da ich als Schüler selbst die Erfahrung machen durfte. Bei interessantem Unterricht hatte ich auch mehr Spaß, was auch an den Noten zu sehen war. Aus diesem Grund ist dieser Aspekt für mich der wichtigste, wobei die Wahl nicht leicht ist, also versuche ich den Unterricht möglichst abwechslungsreich zu gestalten, wobei mir auch bewusst ist, dass dies nicht immer zu schaffen ist, da es oftmals themenabhängig ist. Gerechtigkeit ist für mich auch sehr wichtig und so bemühe ich mich auch, meine Entscheidungen nach ihr zu richten. Dabei ist für mich völlig klar, dass ich das nicht immer schaffe. Konsequenz und Pünktlichkeit teilen sich bei mir den dritten Platz. Pünktlichkeit, da ich grundlose Verspätung bei mir selbst und bei anderen hasse und Konsequenz, da es ein „Muss“ ist, damit die Schule gelingt. Außerdem würde ohne Regeln sehr wenig funktionieren, sei es in Sport in der Politik oder im alltäglichen Leben.

Fiel Ihnen die Umstellung von der „Kreidezeit“ ins Digitale Zeitalter schwer?

Nein, überhaupt nicht. Zur diesem Zeitpunkt hatte ich eine super Klasse, für die die Umstellung auch neu war und so war das ganze eher spaßig gewesen. War also eher ein „learning by doing“.

Sie wohnen ja in Greding, andere Realschule wären da näher… Wieso stellen Sie keinen Versetzungsantrag?

Weil ich finde, dass sie die Beste ist, ich habe auf dieser Schule ein nettes Kollegium und nette Schüler, eine Schulleitung, die immer hinter einem steht und einen tatkräftig unterstützt, außerdem bin ich froh, ein modernes Schulhaus wie dieses zu haben und auch die Technik macht mir riesen Spaß. Des Weiteren genieße ich die Autofahrt, das heißt für mich, einfach Musik aufdrehen und abschalten.

Waren Sie in den Fächern Englisch und Erdkunde gut?

Ja, also Englisch konnte ich einfach, das war bei mir eher „easy going“ und Erdkunde hatte ich als Leistungskurs, was mir sehr viel Spaß gemacht hat.

Haben Sie noch Kontakt zu ehemaligen Mitschülern und wie haben diese auf Ihre Berufswahl reagiert?

Nein, nach der Schule ist jeder einen anderen Weg gegangen, aber in meinem Ort lebt noch ein ehemaliger Erdkundelehrer, als der von meiner Berufswahl gehört hat, hat er einfach nur gelacht. Herr Neubauer kommt in den Raum und schlägt Herrn Duivenvoorden –ja ja das nette Kollegium halt -… 5 Minuten später…

Was ist am anstrengendsten am Lehrerdasein und was am besten?

Also am meisten gefällt mir die „Nähe“ zu den Schülern, also was sie im Leben bewegt und der „Aha-Moment“, wenn ich einen Schüler etwas erkläre und er es dann schließlich versteht. Und am wenigsten mag ich die „Nullbock-Einstellung“ der Schüler und wenn das Engerchmo als selbstverständlich angesehen wird. Das Treppenlatschen mag ich übrigens auch nicht.

Wieso zwei Lehrerzimmer?

In einem stehen die Computer mit den Notenmanagern und im großen „Aquarium“ steht die Kaffeemaschine.

Ist es leicht für sie, Noten zu geben?

Also gute Noten und schlechte, verdiente Noten sind relativ leicht zu geben. Aber wenn sich ein Schüler anstrengt und trotzdem schlechte Noten bekommt, kann das ganz schön mitreisend sein.

Ein Schüler steht gegen Ende des Schuljahres zwischen zwei Noten- was geht in Ihrem Kopf vor?

Wo ich die entscheidende Note herbekomme, um eine klare Tendenz zu bekommen.

Sie sind Realschullehrer - Wieso haben Sie sich fürdiese Schulart entschieden?

Weil ich finde, dass es die beste Schulart ist, da man alle Arbeitsmöglichkeiten offen hat und man trotzdem Freizeit hat. Außerdem sind die Gymnasiasten meisten so „Schlaumeierle“, was sich mir auch bei dem Studium bestätigt hat.

 

Vielen Dank für die Zeit und die ehrlichen Antworten an Herrn Duivenvoorden!

 

Manuel